Elisabeth Fülscher - Schweiz, Zürich (1895-1970)
Foto: tagblattzuerich.ch
Kurz vorgestellt
Seit dem 19. Jahrhundert haben sich auch in der Schweiz einige Frauen professionell dem Kochen gewidmet, als Autorinnen von Ratgeberliteratur zur Führung des Haushaltes und als Gründerinnen von Privatschulen für «Töchter» und «zukünftige Ehefrauen». Elisabeth Fülscher kommt in beiden Sparten eine nachhaltige Bedeutung zu.
Informationen
- Elisabeth wuchs in Winterthur mit vier Geschwistern auf, die alle einen kreativen Beruf wählten. Gerne wäre sie Kindergärtnerin geworden, doch die musikalischen Fähigkeiten wurden ihr abgesprochen.
- Schliesslich besuchte sie die Zürcher «Privatschule für Frauenbildung und Kochschule» von Anna Widmer. Diese avancierte bald zur Mentorin von Fülscher.
- 1923 publizierte Widmer eine Rezeptsammlung, die Ur-Form des Fülschers, des erfolgreichsten Schweizer Kochbuches. In der 2. Auflage fand Fülscher als Mitarbeiterin Erwähnung, bald war sie die Autorin.
- Die verschiedenen Auflagen des «Fülschers» widerspiegeln die Entwicklung des Kochens in mittelständischen Haushalten der Schweiz.
- Der Aufsatz von Elisabeth Joris in der neusten Fülscher-Ausgabe zeigt dies anschaulich, etwa wann Riz Colonial oder Nasi Goreng Eingang in den Kanon fanden.
- Nach dem Tod von Anna Widmer 1930 übernahm Fülscher alle Rechte am Kochbuch und der Kochschule, entwickelte diese zu einer angesehenen Institution. 1968 verkaufte Elisabeth Fülscher die Kochschule an Agnes Amberg.
Daten
Quelle und weiterführende Lektüre: Elisabeth Joris. Elisabeth Fülscher - erfolgreiche Autorin und selbstbewusste Unternehmerin. In: Elisabeth Fülscher. Kochbuch. hier + jetzt 2013. - NEU: Susanne Vögeli. Fülscher heute. hier + jetzt 2022
